Schlagwortarchiv: NachGedanken

Verzetteltes (9)

Hallo zusammen!

Das hätte mein erster Roman werden sollen, so um die 1989 herum. Abgespeichert was das Dokument jedenfalls unter dem Arbeitstitel „Irre“. Hier mache ich die Probe aufs Exempel und lese das dritte Kapitel vor, weil das laut Margaret Atwood oft der bessere Einstieg sei, der einen direkt in die Action werfe. Was meint ihr?

In diesem Fall würde wahrscheinlich auch das zweite Kapitel funktionieren, aber beide zusammen wären als Lesung zu lang geworden. Deswegen habe ich mich für die mutigere Variante entschieden, und mit ein paar kleinen Änderungen könnte ich mirdas tatsächlich so vorstellen. Danke, Margaret!

Was mich allerdings weit mehr ärgert, ist, dass mir damals niemand gesagt hat, wie man so eine Geschichte weiterentwickelt. Jetzt kann ich es – und schlimmer noch: tue es! Die Notizen dazu sind gerade unter den Fingern explodiert, wie alles, was eine Figur im Roman zufällig zusammenfügt. Diesen Roman könnte ich zügig plotten und dann in weniger als einem Jahr runterschreiben. Aber will ich das? Ja! Oh weh, in was bin ich hier nur hineingeraten … doch bevor ich mir jetzt Nächte grübelnd um die Ohren schlage, hier ein Foto aus meinem Materialarchiv:

Hier heißt das Kapitel III noch II, weil Kapitel I noch als Prolog daherkommt. Dafür stelle ich jetzt fest, dass ich damals beim Abtippen schon überarbeitet habe. Was dann 1992/93 herum gewesen sein dürfte. Schade, dass ich damit nie zu jemandem gegangen bin, aber zu wem auch? Außerdem wollte ich zu der Zeit lieber Musiker werden oder an eine Filmhochschule gehen … wie das Leben halt so schön schief spielt. Haha. Ha.

Mit erlesenen Grüßen,

Verzetteltes (8)

Hallo zusammen!

Mit einem Hauch von Wehmut sehe ich auf meinen Entschluss zurück, endlich den quietschenden Hocker geölt zu haben. Mir ist, als hätte dies kleine Format damit einen Hauch seines Charmes eingebüßt, was meint ihr?

Thematisch bleibtes auch diesen Monat winterlich, aber keine Sorge: diesmal mache ich es zur Abwechslung wieder kurz.

Man merkt, dass ich damals großer Fan von Stephen King war, von daher habe ich michein paar Mal an kleinen Grusel- und Horrorgeschichten probiert. Diese ist eine der gelungeneren, wie ich finde.

Auch hiervor habe ich tatsächlich noch das handgeschriebene Original für euch. Damals habe ich mir auch das mit den Druckbuchstaben angewöhnt, um meine Schrift später noch entziffern zu können – heute bin ich tatsächlich dankbar dafür. Außerdem sah meine Schreibschrift viel zu brav aus, immer noch wie in der Grundschule.

Mit erlesenen Grüßen,

Verzetteltes (7)

Hallo zusammen!

Wenig überraschend wird es in dieser Ausgabe weihnachtlich. Ich lese aus meiner damals längsten Geschichte vor, wenn auch nur das erste Kapitel. Damals wusste ich nach drei Kapiteln nicht, wie die Geschichte weitergehen sollte, inzwischen schon. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu aktualisieren – vielleicht ahnt ihr, was ich meine:

Was ich ganz vergessen hatte, ist, dass ich offenbar schon viel früher Spaß daran hatte, die Namen meiner Figuren – vor allem der Antagonisten – verfremdet an real existierende Personen anzulehnen. Ich nehme an, ihr habt es gemerkt? Der Name fiel jaoft genug. Ebenso meine diebische Freude an Wort-Dopplungen des allwissenden Erzählers, über die den Lesern Gewissheit gegeben wird, die den Protagonisten fehlt. Ein paar davon werde ich klauen, äh streichen müssen. Außerdem merkt man, dass ich damals alles von Douglas Adams gelesen habe. Das könnte ich heute natürlich streichen, werde ich aber nicht.

Hier seht ihr noch ein paar der handgeschriebenen Originalnotizen aus dem Wendejahr (aber nur die Vorderseiten :)

Mit erlesenen Grüßen,

Als kleinen Bonus hier noch eine abgeschlossene weihnachtliche Kurzgeschichte, die am 15.12.1993 in VOF aktuell erstveröffentlicht wurde (und seitdem auf ihre zweite Veröffentlichung wartet):

Verzetteltes (6)

Hallo zusammen!

Da die Tage gerade immer kürzer werden, gibt es eben von mir zum Ausgleich eine längere Geschichte. Erneut eine, der man deutlich den Spaß anmerkt, den ich schon beim Schreiben hatte, doch hört selbst:

Ich mag die immer noch, aber da könnte man noch ein bisschen mehr rausholen. Vor allem würde ich jetzt gerne noch einen Engel im Zeugenstand sehen. Nein, natürlich kein Wesen mit Flügeln, sondern eher vom Typ Türsteher mit Schrankfigur, kleinem Kopf, kurz angebundenem Temperament und keinerlei Gespür für die Feinheitenmenschlicher Kommunikation. Ein bisschen Politur würde der Geschichte auch nicht schaden, aber im Großen und Ganzen zaubert sie mir immer noch ein Grinsen ins Gesicht.

Mit erlesenen Grüßen,

Verzetteltes (5)

Hallo zusammen!

Was erwartet euch dieses Mal? Etwas, das mich selbst überrascht hat – vor allem sprachlich. So kann ich gar nicht mehr schreiben. Da sind Sätze mit einem natürlichen Flow dabei, der mich immer noch packt. Ist besser gealtert, als ich jemals zu träumen gewagt hätte:

Überraschend zeitlos, findet ihr nicht? Die „Gesellschaft” war damals mein liebster Gegner, die Enttäuschung über die Erwachsenen grenzenlos. Was müssen die Kinder heute erst von uns halten? Inhaltlich entsprach das damals tatsächlich meiner Haltung:Lieber für die Kinder da sein, die jetzt schon keiner liebt, als noch neue in die Welt zu setzen. Aber diese Haltung hat sich geändert, wie diejenigen von euch ja wissen, die „Wunschkinder” schon gelesen haben. Wer nicht, kann das gerne nachholen :)

Mit erlesenen Grüßen,

PS: Ich habe in meinem Archiv doch tatsächlich erste handschriftliche Notizen zu dieser Kurzgeschichte gefunden, die dürften so von 1988 herum sein … und dann ist da noch ein späteres Fragment, bereits aus Atari-Zeiten (die 1990 begannen, wenn ich mich recht erinnere).