Archiv der Kategorie: Kultur

Bundeskindertagesstätte

Nein, man mag es nicht mehr mit ansehen. Und doch gibt unser Bundestag das perfekte Bild für unsere repräsentativen Demokratie ab – die schweigende Mehrheit, die Nichtwähler und Wahlverweigerer bzw. deren Vertreter sitzen rum, sitzen ab, hören nicht hin. Einerseits beruhigend, beweist es doch, dass das System noch funktioniert. Nur sollte es uns beunruhigen, dass es nicht arbeitet, schon gar nicht für uns.

Bundestag
Vertreterloser Bundestag

Angenommen, man verfolgt eine Debatte im Bundestag, weil einen das Thema interessiert, oder man vielleicht selbst zu den Betroffenen gehört. Was sieht man dann? Politiker, Abgeordnete, unsere Repräsentanten, deren große Mehrheit sich nicht zu benehmen weiß. Bezeichnender als alles andere, ist wohl der Bildschnitt der Übertragungen, die übrigens früher einmal regelmäßig am Vormittag auf ARD und ZDF liefen, heute jedoch auf Spartenkanäle (auf PHOENIX, sowie alles noch mal auf youtube) und das Internet ausgelagert sind. Es lohnt sich da mal hinein zu schauen.

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Unsere Mütter, unsere Väter – Blick in einen Trümmerhaufen

Wieder einmal haben wir den Versuch unternommen vom Krieg und den Nazis zu erzählen, und wieder sind wir an diesen Bildern gescheitert. Aber ist es nicht der Versuch auf den es ankommt, nicht das Scheitern? Ich wünschte es wäre so einfach.

Tom Schilling
Tom Schilling in Teil 1 von UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER

Doch der Reihe nach. Der Berichterstattung im Vorfeld der TV-Ausstrahlung konnte man sich nicht entziehen, allerorts wurde darüber berichtet und durch die Reihe weg gelobt. Vereinzelt gab es dann die üblichen Hinweise auf Fehler, historische Ungenauigkeiten, Mängel in der Dramaturgie und Sprache. Nicht wenige haben den Selbstversuch entnervt abgebrochen, ohne das Ende zu kennen. Ja, es gibt bessere Filme über den Krieg, auch Deutsche. DIE BRÜCKE, 1959 wird gerne heran gezogen, aber auch im Fernsehen hatten wir schon 1960 AM GRÜNEN STRAND DER SPREE den Russlandfeldzug thematisiert, auch wenn dort noch an der Legende böse SS und gute Wehrmacht gestrickt wurde. Die Liste lässt sich verlängern: in den 70er Jahren gab es den Aufschrei nach der HOLOCAUST-Serie, in den 80ern kam DAS BOOT und HEIMAT, die verunglückte Verfilmung der Tagebücher von Victor Klemperer Ende der 90er. Was dann folgte, waren die entsetzlichen Feelgoodmovies und Neo-Heimatfilme, wie sie Georg Seeßlen in seinem Aufsatz “Neue Heimat, alte Helden” 2008 einordnete: DIE GUSTLOFF, DER UNTERGANG und DRESDEN, HINDENBURG. Ein Genre, in dem sich nach Joseph Vilsmaier nun Nico Hoffmann und seiner Firma Teamworx bequem eingerichtet haben, und nicht mehr nur bei den Privaten Rummel machen, sondern auch ROMMEL für die ARD. Wobei diese letzten Produktionen einen genaueren Blick verdienen, erfolgt doch eine Einbettung in einen Programmkontext mit Dokumentationen und Talkshows, die die Seriosität der fiktionalen Programme unterstreichen sollen. Ein Ansatz, der bei UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER wieder zum Einsatz kommt.

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„Ehe du etwas Negatives über jemanden sagst…“

Was ich meinem Sohn erzähle – 003

„… lobe ihn für zwei Dinge.“ – Man kann nie objektiv sein, dazu steht man sich zu sehr selbst im Weg. Kritik an anderen geht einem dennoch zu leicht von den Lippen, viel häufiger als Lob. Das mag daran liegen, dass uns eher etwas auffällt was uns stört, als dass wir begreifen wie reibungslos alles läuft. Oft braucht es eine Erkältung um uns bewusst zu machen, wie lange wir schon wieder gesund waren – selbstverständlich ohne uns über diesen Umstand gefreut zu haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass man mit seiner Kritik hinterm Berg halten soll. Aber man kann versuchen sie diplomatischer an den Mann, die Frau und besonders das Kind zu bringen.

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Phase

Oder Nullleiter?

Erde.

Gut, dass es die alte Erde gibt.

Und der Heimwerker sprach:

Es werde Licht.

An der Wand, der Decke, über Spiegeln und Brettern.

Und es ward Licht.

Meistens.

Und Löcher.

Mancherorts mehr als nötig.

Dafür aber mit Dübeln.

Um den Leuchten Halt zu bieten.

Drum, liebe Freunde, Kollegen und Kontakte:

Auch im neuen Jahr bin ich für euch da, biete Rat, Tat und einen Ort zum Innehalten, neu Orientieren und Ausruhen.

Seid auch 2013 willkommen, geerdet, gesund und in Sicherheit.

Eure Leuchte auf Erden.

Keine Sorge.

Ist nur ’ne Phase.